Pechlaner-Familienname

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Herkunft, Bedeutung und Verbreitung des Namens Pechlaner

Der Name Pechlaner bzw. seine Synonyme (Pechler, Pechlarn, u.a.) erscheint seit dem späten Mittelalter im süddeutschen/bayrischen Raum.

Markgraf Rüdiger von Bechelaren ist eine Heldenfigur aus dem Nibelungenlied.[1]

Pechler = "Pechsieder oder -sammler". In dem Wort Pechlaner kann - aus sachlichen, sprachlichen, urk. Gründen - kaum ma. Lahne = "Lawine" (im 14. Jhd. noch laeune u.a. geschrieben) vorliegen. Daher Pechlaner doch wahrsch. "Mann aus Pöchlarn" wie § 11,1 gezeigt.[2]

Pöchlarn ist eine Stadt mit 3473 Einwohnern im Bezirk Melk in Niederösterreich (Österreich). Pöchlarn liegt im Mostviertel, am südlichen (rechten) Ufer der Donau direkt an der Mündung der Erlauf, im Nibelungengau, und wird auch als Nibelungenstadt bezeichnet.[3] Etwa 8 km nachher fließt die Donau bei Melk in das Durchbruchtal Wachau.

Pöchlarn wird auf einem alten Grenzstein "Pechlan" geschrieben[4]

Frühes Vorkommen und Schreibweisen (bis 16. Jhd.)

erkennbarer bzw. vermutlicher Bezug zum Ritten

1326 Juni 15, Bozen (Bozani in Novo burgo in domo dni Guetlini; 9. Ind., die dominico). Dns Guettlinus de Bozano, Sohn von dns Christanus, verleiht dem Henricus dcs. Perchlaner de Oberrüne die Hofstatt (mansus) Perchlaner ze Oberrüne et plebe de Wange samt Zubehör nach dem Leiherecht des Oberinner Berges und der Pfarre Wangen zu Erbpacht (iure vel nomine lacationis opere perpetualis investivit secundum usum et consuetudinem montis de Oberüne et plebis de Wange). Jahrzins auf St.-Martins-Tag von 16 Pf. kl. (B.) und 2 Kastraunen und Weisat (enxenia) auf St.-Thomas-Tag von 4 Schinken, 1 Hasen und 1 Schüssel Schmalz sowie 2 Fastnachtshühnern und 1 Kitz und 30 Eiern zu Ostern, alles in das Haus des Verleihers in Bozen abzuliefern, bei Erneuerung der Leihe 1 Kastraun oder 1 Pf. Bestandsgeld. Angrenzungen der Hofstatt: oberh. dns Volckmarus miles de Purckstal; unterh. dns Roschlinus, Sohn des dns c. Hugo de Po[rt]a [inferiori] Bozani; 3) dns Albertinus Reiuer und Güter der ecclesia sti. Petri blebis de Wange. Zwei gleichlautende Ausfertigungen. Zeugen: dns Ludouicus de Norttheim, dns Secundus de Plezpile, Henricus Abtergleyf, Conradus dcs. Kramer habit. Bozani. Not. Instr. (Wernherus es Nuo burgo Bozani sac. pal. not.). Überl.: Unbeglaubigte Pap.Kopie saec.XVIII, Stadtarchiv Bozen, Urkundenreihe sub dato, unter dem Titel: Ein verleichs brief eines lechen hoff, so Guetlinus dem Heinrich Perchlähner verlichen; N° 60. - Einige offensichltiche Verballhornungen des Kopisten sind in eckiger Klammer gebessert. Fehlt bei Ottenthal/Redlich, Archivberichte 4. [5]

1361 Perchtold sun des Jeclin Pechlaner (Oberünn)[6][7]

1370 Dezember 2, Bozen (Bozani in domi dni Lanc [!]; 8. Ind., die lune). Dns Botscho de Florentina habit. Bozani, Sohn von dns Banninus de Bomborotiis de Florentia, verringert dem Toldo Pechlaner de Wange und dessen Frau dna Hailka nach Rat ehrbarer Leute (per debitam investigationem et scrutinium honorabilium personarum) den jährlich von dem ihnen verliehenen Hof Pechlan ad Wange bisher zu entrichtenden Jahrzins auf 19 Pf. B. am St.-Martina-Tag, 1 Kitz und 30 Eier zu Ostern und 1 Gans zur Fastenzeit. Außerdem sollen die Leihnehmer jährlich für die Neuverleihungen 1 Kastraun geben. Zwei Urkundenausfertigungen werden verlangt. Zeugen: Mindego de Corneit, Jacobus dcs. Tra(u)ttman, Hainricus dcs. Gänsebner et natus suus Chunradus de Oberruc (!), Hartlinus de Gersen (!). Not. Instr. (Gotfridus c. mag. Michahelis de Bozano imp. auct. not.). Überl.: Unbeglaubigte Pap.Kopie saec.XVIII, Einzelblattaufzeichnung, mit zahlreichen hier nach Möglichkeit richtiggestellten Verlesungen, Stadtarchiv Bozen, Urkundenreihe sub dato. - Zu den Höfen Pechler (Pechlaner) in Oberinn (Wangen am Ritten) bzw. Gänsebner (Gamseben) und Trautmann in Wangg im Bozner Leitach (Zwölfmalgreien) s. Tarneller, Eisacktaler Höfenamen 126 n. 3379, Staffler, Höfenamen Zwölfmalgreien 84f. n. 198 u. 200, sowie Stampfer, Bauernhöfe 5, 272ff. [8]

1378 Told der Pechlaner[7]

1489[7] (1498[2]), 1500 Pechlinger[7]

1554 Hans Pechlaner und seinen Bruder Antonii, im Gericht Wangen[9]

1556 Anthoni Pechlaner zu Oberünn kirchprobst[7]

Der Historiker und Heimatforscher Prof. Franz Huter, der u.a. die Tiroler Urkundenbücher verfasst hat und selbst Pechlaner in seinen Vorfahren gefunden haben soll, hat Helmut Pechlaner sen. zur weiteren Forschung in einem Brief folgende Empfehlung gegeben: "ich würde anraten, von den Angaben bei Tarneller: Hofnamen des unteren Eisaktales (3379) auszugehen und festzustellen, welcher Gutsherrschaft der Hof (Pöchler-Hof?) zugehört hat! Das ergibt sich aus dem Maria-Theresianischen-Steuerkataster im Staatsarchiv Bozen. Eine Abschrift befindet sich in der Teßmann-Bibliothek im Walterhaus in Bozen" [10]

kein erkennbarer Bezug zum Ritten

1239 Dezember 22: Otto filius q. Ruedegeri Pechelari de Griez. [2] - Altomus von Bozen, Sohn des Berselottus investiert den Otto, Sohn des weiland Ruedeger Pechelar(i)us von Griez mit 3 Stücken Ackerland in pertinentiis Kelre. Zeugen: Heincius und Conradus scolaris, filii quondam .... Rulandus, filius Haimi de Russan et Conradus de Griez.[11]

1239? Pechelerii in Aichholz-Kurtatsch[2]

1272 Juli 10: Bischof Egno widerruft die Verteilung eines Hofes in Aichholz zu Kurtmartsch (Tramin) an weiland Friedrich Pechler und trägt den Erben des Käser und dem Pechler auf, die Verleihung dieses Hofes an Friedrich Klein recht zu halten.[12]

1430 Bechler Tisens[2]

Vorkommen und Schreibweisen zur Zeit der Festigung der Familiennamen (17. Jhd.)

1638 (Marty) 12: Stephano Pechläner jetzt Aychhohlzdr zu oberihn[13]

1638 26. dicti (Marty): Adami Pechlayner et Maria Mayerin Coniugum zu Oberihn[14]

1639 4. Aprilis: Valentinus Peglainer Vorfinger[15]

1639 16. July: Adam Peylainer? zu Oberin jetzt peyler?[16]

1641 huios (Octavs Apriliy): Stephano Pechläner de oberin[17]

1641 Nono Juny: honestâ Mariâ Pechlanerin relicta widua ... Stephano Pechlaner in Oberin [18]

1642 Aprilis Decimo quarto: Adamo Pöchler in oberin uxor Maria Mairin[19]

1644 Ultimo Marty: Adam f. leg. Adamo Pechler uxor Maria Mairin [20]

1644 Uigesimo 2do Apprilly: Stephano Bechlaner Aiholz in oberin[21]

1644 October Decimo pumo: Bartholomeo Pöchläner[21]

1645 21 februariÿ: honesta Virgine Anna pechlanerin f: leg: stephani pechlaner moderno Aicholzer[22]

1647 Decimoquarto february: Adamo Pechlaner exor Maria Mairin[23]

Quellen

  1. Verschiedene: Rüdiger von Bechelaren. Wikipedia: 28.4.2007 - http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCdiger_von_Bechelaren | siehe auch 2.6.2008: http://www.psilog.info/Bechelarn.html
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Finsterwalder, Karl: Tiroler Namenskunde. Innsbruck: Inst. für Germanistik, Band 4, 1978, 566 S., ISBN 3-85124-065-0 - S. 192
  3. Verschiedene: Pöchlarn. Wikipedia: 28.4.2007 - http://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%B6chlarn
  4. Rottensteiner, Christian (Gedächtnis 2007): Original-Abguss eines Grenzsteines Pechlan. Labers bei Meran: Wohnhaus Hermann Pechlaner
  5. Obermair, Hannes: Bozen Süd - Bolzano Nord 1. Schriftlichkeit und urkundliche Überlieferung der Stadt Bozen bis 1500. Band 1. Regesten der kommunalen Bestände 1210-1400. Bozen: Stadt Bozen, 2005, ISBN 889018700X, 472 S. - S. 234, Reg.Nr. 416
  6. Tarneller, Josef: Tiroler Familiennamen. Bozen: Kommissionsverl. Tyrolia, 1923, 210 S. - S. 91
  7. 7,0 7,1 7,2 7,3 7,4 Tarneller, Josef: Hofnamen im untern Eisacktal. Band 3. Das rechte Eisackufer von Velturns bis Wangen. Wien und Leipzig: Hölder-Pichler-Tempsky, 1924, 160 S. - S. 126
  8. Obermair, Hannes: Bozen Süd - Bolzano Nord 1. Schriftlichkeit und urkundliche Überlieferung der Stadt Bozen bis 1500. Band 1. Regesten der kommunalen Bestände 1210-1400. Bozen: Stadt Bozen, 2005, ISBN 889018700X, 472 S. - S. 374, Reg.Nr. 774
  9. Tiroler Landesarchiv Innsbruck, Raitbuch 1554, fol. 310
  10. E-Mail von Sigurd Pechlaner (Sohn Helmut Pechlaner sen.) am 26.02.2007
  11. Mayr, M.: ? - zur Geschichte Tirols und Vorarlbergs. Innsbruck: Wagner, 1915, ?. S - S. 40
  12. Voltelini, Hans von: Acta Tirolensia, Bd. 4, Teil 2, urkundliche Quellen zur Geschichte Tirols (Die Südtiroler Notariats-Imbreviaturen des dreizehnten Jahrhunderts). Innsbruck: Wagner, 1951, 554 S. - S. 358
  13. Taufbuch Pfarre Wangen 1637-1744, pag. 2
  14. Taufbuch Pfarre Wangen 1637-1744, pag. 3
  15. Taufbuch Pfarre Wangen 1637-1744, pag. 6
  16. Taufbuch Pfarre Wangen 1637-1744, pag. 7
  17. Taufbuch Pfarre Wangen 1637-1744, pag. 11
  18. Heiratsbuch Pfarre Wangen 1637-1744, pag. 319
  19. Taufbuch Pfarre Wangen 1637-1744, pag. 12
  20. Taufbuch Pfarre Wangen 1637-1744, pag. 14
  21. 21,0 21,1 Taufbuch Pfarre Wangen 1637-1744, pag. 15
  22. Heiratsbuch Pfarre Wangen 1637-1744, pag. 320
  23. Taufbuch Pfarre Wangen 1637-1744, pag. 19